Leopold Friedrich Gutmann

Geboren: 17.09.1888, Augsburg

Gestorben: 00.04.1942, Piaski

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Leopold Friedrich Gutmann

Der Vater Moritz Gutmann wurde am 7. Oktober 1851 in Hainsfarth (Landkreis Donau-Ries) als Sohn von Leopold Gutmann und Ricke Gutmann, geb. Ettenheimer geboren 1. Er ließ sich bereits 1873 in Augsburg als selbständiger Kaufmann nieder 2. Am 23. Juli 1874 meldete er ein Gewerbe als Lederhändler en gros an 1. Am 17. Januar 1880 erhielt er das hiesige Heimatrecht, am 31. Januar 1880 erwarb er dann das Bürgerrecht. Außerdem bekam er einen Militärfreischein 2. Am 28./29. April 1880 heiratete Moritz Gutmann Martha Gutmann in Nördlingen (Landkreis Donau-Ries) 3. Sie starb noch im gleichen Jahr, am 3. Oktober 1880 4. Eine zweite Ehe ging er am 22. Mai 1882 mit Jette Rosenfels in Gunzenhausen ein 5.

Bis zu seiner zweiten Heirat war er, zusammen mit Jakob Oberdorfer, Teilhaber der Schirmfabrik Oberdorfer und Gutmann in der  Maximilianstraße. Aus dieser zog  er sich nach der Hochzeit zurück 6. Er gründete gemeinsam mit seiner Frau die Lederhandlung J. & M. Gutmann, zunächst in der Fuggerstraße 7. Noch 1930 ist im Adressbuch die Ledergroßhandlung J. & M. Gutmann am Hafnerberg eingetragen 8. Moritz Gutmann starb am 7. Oktober 1932 in Augsburg 9.

Jette Gutmann, die Mutter von Leopold Friedrich Gutmann, war am 2. April 1860 in Dormitz (Oberfranken, Landkreis Erlangen) als Tochter des Kaufmanns Sigmund Rosenfels und dessen Ehefrau Regina zur Welt gekommen. Sie starb am 18. Mai 1941 im Alter von 81 Jahren im jüdischen Krankenhaus in Fürth 10.

Leopold Friedrich Gutmann wurde am 17. September 1888 geboren 11, wuchs in Augsburg auf und verbrachte hier sein Leben, zunächst mit seiner Familie in der Jesuitengasse 11, ab 1903 in der Prinzregentenstraße 4 12. Später wohnte er in der Maximilianstraße 13 13. Über seine Ausbildung und Berufstätigkeit liegen kaum Informationen vor; aus den Unterlagen des Stadtarchivs Augsburg ergibt sich, dass Leopold Friedrich Gutmann die Kaufmannstradition der Familie weiterführte 14. Er ist ledig und kinderlos geblieben 15.

Er hatte zwei ältere Geschwister: Die Schwester Ida wurde am 18. Mai 1883 in Augsburg geboren. Sie besuchte von 1895 bis 1899 die Klassen 1 bis 4 der „Städtischen Töchterschule“, die später in „Maria-Theresia-Schule“ umbenannt wurde. 1906 heiratete sie in Augsburg den Fürther Kaufmann Isaak Schwab. In der NS-Zeit wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Wahrscheinlich konnte das Ehepaar vor dem zweiten Weltkrieg nach Großbritannien emigrieren, jedenfalls lebte Ida Schwab 1948 in London 16. Der Bruder Sigmund, am 7. Oktober 1885 geboren, starb bereits am 22. Mai 1886 1.

Am 2. April 1942 wurde Leopold Friedrich Gutmann nach München-Milbertshofen verbracht und am 4. April in das Ghetto in Piaski deportiert 2. Die Deportation hat er nicht überlebt. Sein Name ist in der Gedenkstätte im Augsburger Rathaus verzeichnet.

  1. StadtAA, MK Moritz Gutmann.
  2. http://statistik-des-holocaust.de/OT420404-35.jpg (aufgerufen am 30.10.2017).
  3. StadtAA, FB Moritz Gutmann; http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20427/AUGSBURG-EBOOK.pdf, S. 85 (aufgerufen am 26.03.2019).
  4. StadtAA, FB Moritz Gutmann.
  5. Ebd.
  6. Adreßbuch von Augsburg und Häuser-Verzeichnis 1881, Augsburg 1881; https://jhva.wordpress.com/2015/09/02/die-augsburger-schirmfabrik-jakob-oberdorfer/ (aufgerufen am 30.10.2017).
  7. Adreßbuch von Augsburg 1897, S. 80.
  8. Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1930, S. 147.
  9. StadtAA, FB Moritz Gutmann.
  10. http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20427/AUGSBURG-EBOOK.pdf, S. 85 (aufgerufen am 26.03.2019); StadtAA, Sterbeurkunde Jette Gutmann.
  11. http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20427/AUGSBURG-EBOOK.pdf, S. 85 (aufgerufen am 26.03.2019); StadtAA, MK Moritz Gutmann.
  12. StadtAA, FB Moritz Gutmann.
  13. http://statistik-des-holocaust.de/OT420404-35.jpg (aufgerufen am 30.10.2017).
  14. Ebd.
  15. http://statistik-des-holocaust.de/OT420404-35.jpg (aufgerufen am 30.10.2017); StadtAA, FB Moritz Gutmann.
  16. http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/spurensuche/content/content_biografien-liste-G.htm (aufgerufen am 30.10.2017).