Leonhard Hausmann

Leonhard Hausmann

Geboren: 27.12.1902, Augsburg

Gestorben: 17.05.1933, KZ Dachau

Wohnorte

Augsburg, Ulmer Str. 52/I

 

Orte der Verfolgung

KZ Dachau

Weitere Informationen

Leonhard Hausmann wurde am 27. Dezember 1902 in Augsburg-Oberhausen geboren.

Zunächst Beschäftigung als Bauhilfsarbeiter in der Papierfabrik Haindl (Augsburg), später Bauarbeiter. Am 30. Mai 1928 heiratete er Wilhelmine Stippler, geboren am 27. Oktober 1906 in Göggingen.

Er wurde Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes und der KPD. Als aktiver Gewerkschafter auch im Betriebsrat bei Thosti (Augsburg). Als hauptamtlicher Funktionär der Partei wurde er in den Augsburger Stadtrat gewählt. Hausmann übernahm 1932 die Funktion Beimlers als Leiter des KPD-Unterbezirks Augsburg. Für diese Aufgabe war er ein Jahr lang in der Sowjetunion geschult worden.

Als die Übergriffe auf die KPD erfolgten, versteckte er sich bei seinem Genossen Wilhelm Kienzle in der Billerstraße. Als er am 25. März 1933 dessen Haus verließ, wurde er auf offener Straße verhaftet und ins KZ Dachau gebracht.

Am 17. Mai 1933, so meldete es jedenfalls die linientreue Presse (Augsburger Postzeitung, 21.5.1933), hätte Hausmann bei Außenarbeiten einen Fluchtversuch unternommen und sei dabei – nach mehrmaligem Anruf durch den Wachposten – erschossen worden.

In Wahrheit hatte ihn ein durch seine Grausamkeit bereits vorher aufgefallener SS-Scharführer aus Augsburg, Karl Ehmann, in eine Fichtenschonung befohlen und dort aus weniger als 30 cm Entfernung hingerichtet. Leonhard Hausmann war das erste Opfer aus Augsburg nach der Machtübernahme durch die NSDAP.

Seine Frau, die sich zu dem Zeitpunkt ebenfalls in Schutzhaft befand, wurde freigelassen, und der SS-Mann wurde des Mordes angeklagt (1933 war dies noch möglich!) – der Prozeß wurde nicht zu Ende geführt. Nach dem Krieg wurde Ehmann zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Erinnerungsorte

Im Jahr 1946 wurde nach Leonhard Hausmann eine Straße in Augsburg-Pfersee benannt. 2013 wurde ein Zusatzschild Ecke Kirchbergstr./Leonhard-Hausmann-Straße angebracht.

Auf dem Ehrenhain vor dem Denkmal „Zum Gedenken an die hier ruhenden 235 KZ-Opfer †1945“ befindet sich ein Gedenkstein mit dem Namen Hausmann Hartl.

Die Biografie wurde vom VVN-BdA Kreisverband Augsburg erstellt.

http://www.vvn-augsburg.de/2_archiv/archiv_2002-03/030517hausmann/030517rede_corniels.html (aufgerufen am 23.05.2016)

http://www.vvn-augsburg.de/2_archiv/archiv_2002-03/030517hausmann/030517rede_proell.html (aufgerufen am 23.05.2016)

http://www.vvn-augsburg.de/3_portraets/hausmann_leonhard/hausmann.html (aufgerufen am 23.05.2016)

Karl Filser, Hans Thieme (Hg.), Hakenkreuz und Zirbelnuß, Augsburg 1993.

Geschichtswerkstatt Augsburg e.V. (Hg.), Nicht Stadt, nicht Dorf. Leben und Arbeiten in Pfersee. Dokumentation und Ausstellung, Augsburg 1994.

Winfried Nerdinger, Bauten erinnern – Augsburg in der NS-Zeit. Berlin 2012.