Franz Winter

Geboren: 25.06.1937, Augsburg

Gestorben: 16.06.1943, Auschwitz

Wohnorte

Augsburg
Mamming, Kr. Dingolfing

Orte der Verfolgung

Deportation
nach Auschwitz
Ankunft am 16. März 1943

 

Weitere Informationen

Franz Winter kam am 25. Juni 1937 in Augsburg zur Welt. Seine Eltern waren Josef Winter und Maria Winter (geb. Christ). Die Familie gehörte zur kulturellen Minderheit der Sinti und war katholisch.

Im Zuge der zweiten großen Deportation von Sinti und Roma im Frühling 1943 wurde auch Franz Winter ins Vernichtungskager Auschwitz deportiert. Die Familie hatte vermutlich zu dieser Zeit in Mamming im Kreis Dingolfing gewohnt.  Der sechsjährige Franz wurde am 16. März 1943 in Auschwitz eingeliefert. Er kam vermutlich ins „Zigeuner-Familienlager“ von Auschwitz-Birkenau. Mit ihm kamen Josef Winter, geboren am 24. Oktober 1900 in Röthenbach (im Allgäu oder an der Pegnitz?), und Paul Winter, geboren 31. Oktober 1934 in Worms, ins Lager. Möglicherweise war Franz also zusammen mit seinem Vater deportiert worden, vielleicht sogar auch mit einem Bruder (obwohl Worms als Geburtsort doch etwas weit entfernt scheint).

Franz erhielt die Häftlingsnummer Z (für Zigeuner)-3566, Josef Winter bekam Z-3564 und Paul Z-3565.

Schon ein Vierteljahr nach seiner Ankunft im Lager ist Franz am 16. Juni 1943 gestorben. Als Todesursache gab der berüchtigte Lagerarzt Mengele auf dem Totenschein „Kachexie (Abmagerung) bei Darmkatarrh“ an. Kann sein, dass das Kind bei den schrecklichen Lebensverhältnissen im „Zigeuner-Familienlager“ einfach verhungert ist. Franz Winter wurde nicht einmal sechs Jahre alt.

Angela Bachmair

Archiv des ITS Bad Arolsen
– Zigeunerbuch
– Sterbeurkunde KZ Auschwitz

Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (Hg.), Gedenkbuch. Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau/Memorial Book. The Gypsies at Auschwitz-Birkenau/Księga Pamięci. Cyganie w obozie koncentracyjnym Auschwitz-Birkenau, 2 Bde., München/London/New York/Paris 1993, S. 938/939.