August Heymann

Geboren: 26.03.1879, Pfersee

Gestorben: Datum nicht bekannt, Auschwitz

Wohnorte

Pfersee
Augsburg, Hermanstraße 7
Augsburg, Halderstraße 6-8

Orte der Verfolgung

Deportation
am 8. oder 9. März 1943
von Augsburg
über München-Milbertshofen
nach Auschwitz

Weitere Informationen

August Heymann wurde am 26. März 1879 geboren.1 Seine Eltern waren Michael Heymann aus Steinhart im Ries und Johanna Heymann aus Pfersee. Michael Heymann hatte sich 1872 in Pfersee niedergelassen, wo er später seine Ehefrau Johanna kennenlernte. Er betrieb zusammen mit seinen Brüdern Heinrich, Albert und David erst eine Metzgerei und dann eine Viehhandlung.2 Aus der Ehe von Michael und Johanna gingen insgesamt 13 Kinder hervor, von denen August das 9. Kind war. Vier seiner älteren Geschwister starben bereits im Kindbett.3

August wuchs in einer traditionell lebenden jüdischen Familie auf. Sein Vater war zeitweise Mitglied des Gemeindeausschuss der Pferseer Kultusgemeinde.4 Zwei jüngere Schwestern von ihm gingen auf die „Städtische Töchterschule“, die heute als „Maria-Theresia-Schule“ bekannt ist, wo sie beide ihren Abschluss machten.5 Er selber trat nach der Vollendung seiner Schulpflicht ins familiäre Gewerbe ein.
August Heymann heiratete am 5. Mai 1912 mit damals 33 Jahren die 10 Jahre jüngere Hedwig Hermann. Gemeinsam wohnten sie in der Hermanstraße 7 in Augsburg, wo 1913 ihr Sohn Julius zur Welt kam.6 Schon 1910 hatten sein Vater und seine Onkel in Augsburg in der Jakobertraße den Großviehhandel „Michel Heymann & Co“ angemeldet.7 August wurde nach dem Tod seines Vaters Teilhaber des Betriebs, den er mit einigen seiner Brüder, Cousins und Onkels führte.8

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem schon im April 1933 initiierten Boykott jüdischer Firmen konnte die Viehhandlung vorerst die Geschäfte ohne Beeinträchtigung fortsetzen. In den Jahren 1934 und 1935 konnte August sein Jahreseinkommen sogar noch steigern. Aber dann setzte ein rapider Umsatzrückgang ein.9 Von den Gewalttaten in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 war die Familie Heymann direkt betroffen: Es wurden Ställe zerstört und das Vieh gestohlen. In der Folge wurde der Betrieb aufgelöst.10 August und seine Frau Hedwig mussten ihre Wohnung in der Hermanstraße verlassen und in eine Wohnung auf dem Synagogengelände in der Halderstraße ziehen.11 Das Ehepaar musste Zwangsarbeit in einem Kissinger Kieswerk leisten.12 Laut Meldekarte wurden sie im Februar 1943 in das Sammellager für Juden in der Geisbergstraße, der heutigen Reichenbergerstraße, zwangsumgesiedelt.13 Am 8. oder 9. März 1943 wurden August und Hedwig Heymann nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht.14

Ihr Sohn Julius emigrierte schon 1938 in die USA.15

Dies ist ein Auszug aus der Biografie, die von Marlene Grieshaber, Schülerin des Oberstufenjahrgangs 2013/2015 am Paul-Klee-Gymnasium Gersthofen, im Rahmen des W-Seminars „Opfer der Judenverfolgung während der NS-Zeit im Raum Augsburg“ im Fach Geschichte erarbeitet wurde.

  1. http://jgbs.org/SuperSearch.php?Sp=3&Book=birth&Com=2 (aufgerufen am 27.07.2015).
  2. http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/spurensuche/index_extern.html (aufgerufen am 27.07.2015).
  3. http://jgbs.org/SuperSearch.php?Sp=3&Book=birth&Com=2 (aufgerufen am 27.07.2015); http://jgbs.org/SuperSearch.php?Sp=3&Book=death&Com=2 (aufgerufen am 27.07.2015); Benigna Schönhagen, „Getrennt von allem, was uns geblieben …ʺ Der Weg der Familie Kraus aus Augsburg (Lebenslinien. Deutsch-jüdische Familiengeschichten, Bd. 1), Augsburg 2008, Stammtafel Kraus – Heymann.
  4. Benigna Schönhagen, 2008, S. 14.
  5. http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/spurensuche/index_extern.html (aufgerufen am 27.07.2015).
  6. Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung“. Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941-1949 (Materialien zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Bd. 29), Augsburg 2007, S. 254.
  7. Benigna Schönhagen, 2008, S. 13.
  8. StadtAA, Finanzamt Augsburg F3743.
  9. StadtAA, Finanzamt Augsburg F3743.
  10. StadtAA, Finanzamt Augsburg F3743.
  11. StadtAA, Finanzamt Augsburg F3743; Schönhagen, 2008, S. 22.
  12. StadtAA, Finanzamt Augsburg F3743.
  13. StadtAA, Meldebogen August Heymann.
  14. http://www.statistik-des-holocaust.de/OT430313-8a.jpg (aufgerufen am 27.07.2015); http://db.yadvashem.org/names/nameDetails.html?itemId=147122&language=de (aufgerufen am 27.07.2015); http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/spurensuche/index_extern.html (aufgerufen am 27.07.2015).
  15. Gernot Römer, 2007, S. 254.

Stadtarchiv Augsburg (StadtAA)
Meldebogen (MB):
– August Heymann

Finanzamt (FA) Augsburg:
– F3743

Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung“. Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941-1949 (Materialien zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Bd. 29), Augsburg 2007.

Benigna Schönhagen, „Getrennt von allem, was uns geblieben …ʺ Der Weg der Familie Kraus aus Augsburg (Lebenslinien. Deutsch-jüdische Familiengeschichten, Bd. 1), Augsburg 2008.